Kann IKEA was dafür?

Ich bestelle mir in Gaststätten oft Ragout fin oder Carpaccio. Davon wird man zwar nie satt, aber ich spreche die Namen so gerne aus. Und genau aus diesem Grund schaue ich gerne bei IKEA ein. Dort gibt es nämlich Äppelkaka und Köttbullar. Klingt doch gut, nicht wahr? Vielleicht sollte ich meine zu Haus gemachten Klopse auch Köttbullar nennen. Mein Hunger auf wohlklingende, ungewöhnliche Namen wird bei IKEA nicht nur beim Essen gestillt. Lustifik heißt eine Hutablage. In der Stoffabteilung finde ich sogar meinen seltenen Vornamen. Ditte als Meterware und leuchtend blau.
Wie gut, dass sich der IKEA Gründer keine Zahlen merken konnte. Jeder Artikel trägt deshalb einen skandinavischen Namen. Ich wäre gerne Namensfinder für neue Produkte. Aber dieser tolle Job ist leider schon an zwei Frauen in Schweden vergeben. Sie stöbern in Wörterbüchern und Geburtsanzeigen und suchen beim Autofahren nach Namen von Flüssen. Mit denen ist das Land ja reich gesegnet.
1943 hat Ingvar Kamprad sein Unternehmen gegründet. Er war damals 17 Jahre. Es gibt viele Anekdoten über die Sparsamkeit des reichen Mannes. Zu sehen ist sie auch an den kurzen Bleistiften bei IKEA. Ich klaue immer nur drei und nicht wie Elke Heidenreich gleich fünf Stifte. Aber sie hat schon Recht. Mit Ihnen schreibt es sich hervorragend. Auch Frakta, die Tragetasche, nehme ich gerne mit. Sie funktioniert als Kofferersatz, Kaminholzträger, Pfandflaschensammler und als Rodelschlitten.
Und wie gut geht es Frauen bei IKEA. Außer Kinderbetreuung wurde auch schon einmal kurzfristig in einigen Filialen Männerbetreuung angeboten. Doch kann IKEA was dafür, wenn Männer beim Einkauf griesgrämig hinter ihren Frauen hertrotteln? Nein, überhaupt nicht. Ich kann diese Männer gut verstehen. Ihre Liebste hat gesagt: „Lasse uns noch mal kurz zu IKEA gehen“ und aus mal kurz werden dann gefühlte sieben Stunden. Also liebe Frauen schleppt die Einkaufsmuffel nicht mehr mit und versprecht nicht, dass ihr bei IKEA nur gucken und nichts kaufen wollt. Das klappt nie. Wir verhalten uns dort nämlich immer wie die Goldmarie vorm Backofen. Wir holen mächtig viel raus.
Und, kann IKEA was dafür? Natürlich!

Januar 2017

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